Designprozess anhand eines Modekatalogs

Bei einer Aufgabenstellung im Bereich Design gibt es die Aufträge bei denen sofort ein bis zwei Ideen feststehen und klar ist, wie man beginnt. Aber an einigen Tagen braucht es eine Hilfestellung um vom Fleck zu kommen. Ich habe einige Techniken die mir dabei helfen – eine davon ist der «Modekatalog».

Der Fall:

Ich soll eine Visitenkarte gestalten für eine junge Frau. Etwas freches, feminines soll es werden. Die Karte soll im Querformat erstellt werden. Weitere konkrete Gestaltungsvorgaben gibt es keine – hier habe ich freie Hand.

Fakten zu Beginn:

Also beginne ich mal mit den Fakten – erstelle mir eine Karte in InDesign im Format 85×55 mm. Trage alle Informationen welche abgebildet werden sollen auf die Karte – alles in neutraler Typo mit einer «Helvetica Neue».
Den Text beginne ich schon zu priorisieren und gruppieren.
Damit habe ich mal meine Grundlage, zu der ich jetzt Varianten erstelle.

Modekatalog:

Nun kommt der Modekatalog ins Spiel. Das kann ein gedruckter Katalog oder auch ein Online-Katalog sein. Die Modebilder inspirieren mich zur Farbwahl, Stilmittel, Muster oder geben mir auch Ideen für Schriften. Als Ausgangspunkt für meine Färb und Mustersuche wähle ich aus dem Online-Katalog von Ackermann die Kollektion «Eddie Bauer» – stilvolle, schlichte Mode, die zur Zielperson passt.

Vorgehen:

Ich blättere einige Bilder durch bis mir ein erstes Farbschema anspricht. Dieses Bild kopiere ich in Photoshop und messe einige Farben aus – damit erstelle ich mir eine erste Farbpalette.
Die Kollektion die ich gewählt habe kommt mit klaren Linien aus und besticht durch eine Einfachheit und Klarheit. Das spricht mich an und ich verzichte auf die Verwendung von Mustern für den ersten Vorschlag. Dafür stelle ich einfach Farbstreifen zusammen aus meiner Farbpalette.

Nachdem der erste Entwurf fertig ist geht es weiter mit Variationen. Ich schaue mir wieder die Bilder an und wähle eine komplett andere Farbkombination aus. Dazu übergehe ich auch die Vorgabe der Querformat-Karte. Meine Erfahrung ist, dass sich viele dieser Vorgaben dann in Luft auflösen. Das zerstören von Vorgaben fördert auf jeden Fall meinen Kreativprozess und es gesellen sich weitere Varianten dazu.

Resultate:

Am Schluss habe ich nun 4 Karten gestaltet – viele der Inspirationen habe ich aus dem Modekatalog entnommen. Einiges wurde aber auch nur angestossen und hat nun keinen ersichtlichen Zusammenhang. Wichtig war einfach die Methode um Ideen zu generieren.
Das sind nun 4 Resultate die ich der Person präsentieren kann. Mit den gesetzten Farbpaletten habe ich noch weiteren Spielraum, die Karten zu varieren.

 


Ich hoffe, dass diese Technik weiterhilft Kreativblockaden zu lösen. Auch in der Technik kann man Kreativ sein und andere Objekte als Inspirationsquelle dazunehemen – warum nicht mal den DUDEN nach inspirierenden Worten durchsuchen?

Viel Spass beim Ausprobieren!

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Vielen Dank für den tollen Beitrag. Hat mir sehr gut gefallen und ich muss das mal ausprobieren, wenn ich nächstes Mal eine Homepage mache und die Farben nicht richtig zusammen passen…

    Mir wurde mal gesagt, dass gerade Frauen ein besseres Feeling für Farben haben, da sie sich Tag-Täglich darauf beim anziehen wie was farblich am besten kombiniert werden kann. Inspirationen zu Farbenkombinationen aus Frauen-Mode-Katalogen können also nicht verkehrt sein! 😉